JETZT AUF Q RADIO
GLEICH AUF Q RADIO
LIVE HÖREN
|
07.12.2015 13:11:00
pixabay.com

Künstliche Befruchtung: Steinzeitliches Urteil

Finanzgericht Münster trifft fragwürdige Entscheidung

Wer keine Kinder kriegen kann, leidet darunter oft ein ganzes Leben lang. Abhilfe schafft manchmal die künstliche Befruchtung. Jedoch was die Steuer betrifft gibt es in Deutschland auch Unterschiede zwischen hetero – und homosexuellen Paaren.

Heterosexuelle Paare können die Kosten einer künstlichen Befruchtung von der Steuer absetzen. Homosexuelle Paare dürfen das anscheinend nicht. Steuerexperten halten ein entsprechendes Urteil für "steinzeitlich". Das Finanzgericht in Münster hat die Klage einer Frau zurückgewiesen, die Kosten von insgesamt 8499 Euro für einen Befruchtungsversuch in ihrer Steuererklärung für das Jahr 2011 geltend gemacht hat. Die Frau hat damals mit ihrer Partnerin zusammen gelebt.

 

Die Richter haben die Kinderlosigkeit nicht auf die Unfruchtbarkeit der Klägerin zurückgeführt, sondern auf ihre sexuelle Orientierung. Der Vorgang sei, so die Richter sinngemäß, mit einer Adoption zu vergleichen, und die Kosten einer Adoption könne man auch nicht von der Steuer absetzen.

 

(jb/jg)