JETZT AUF Q RADIO
GLEICH AUF Q RADIO
LIVE HÖREN
|
16.06.2016 17:03:57
Q Radio

Regenbogenparade Wien: Das erwartet uns

Solidarität mit Orlando

Wenn heute, Donnerstag, der Regenbogenpark um 17 Uhr im Sigmund-Freud-Park seine Pforten offiziell öffnet, wird dieser Auftakt zur Regenbogenparade am Samstag ganz im Zeichen der Solidarität mit den Opfern des Attentats in Orlando stehen", erklärt Lui Fidelsberger, Obfrau der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien, die dieses Jahr nicht nur die Parade, sondern auch den dreitägigen Regenbogenpark veranstaltet.

 

„Beim Eingang zum Park wird unter dem Titel ,Liebe ist stärker' ein Gedenkort eingerichtet, wo Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet werden können. Eugene S. Young, Geschäftsträger der US-Botschaft in Wien, wird am Abend eine Rede halten, und der US-Chor Yale Whiffenpoofs wird dem Anlass entsprechende Lieder singen. Die Yale Whiffenpoofs (kurz „Whiffs") sind das älteste und bekannteste Männer-Vokalensemble der USA. Der aus 14 Sängern bestehende A-cappella-Chor hält sich gerade in Wien auf und hat spontan zugesagt, auch im Regenbogenpark aufzutreten."

 

Der „Moment des Gedenkens", für den die Regenbogenparade wie immer um 17 Uhr für eine Minute zum Stillstand kommt, wird dieses Jahr explizit den Menschen gewidmet, die Opfer des Hassverbrechens in Orlando geworden sind. Die auf den Wägen gespielte und auf Radio Orange übertragene Audio-Durchsage wurde dafür neu aufgenommen. Eine Gruppe mit dem Titel „Victims of Hate Crimes – Marching for those who can't" wird die Parade anführen. Sie besteht nur aus den Securitys, die üblicherweise rund um einen Truck positioniert sind und das Seil für den Sicherheitsabstand tragen. Der Raum in der Mitte, in der Größe eines Sattelschleppers, bleibt leer und steht für jene Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans- und intergeschlechtlichen Personen, die in Orlando und bei anderen Hassverbrechen ihr Leben lassen mussten und nicht mehr mitmarschieren können.

 

Premiere: Bundeskanzler auf der Abschlusskundgebung

„Auf der Abschlusskundgebung am Samstagabend wird erstmals in der 20-jährigen Geschichte der Regenbogenparade ein amtierender Bundeskanzler sprechen. Die Teilnahme eines Regierungschef an einer Pride-Parade ist nicht nur für Österreich eine Premiere, sondern auch international gesehen eher eine Seltenheit", freut sich Fidelsberger umso mehr. „Und aufgrund der tragischen Ereignisse von Orlando kommt Christian Kerns Auftritt bei der Abschlusskundgebung nunmehr eine noch größere Bedeutung zu und wird damit ein noch deutlicheres Signal gegen Diskriminierung, Hass und Gewalt aussenden."

 

„Nicht einschüchtern und lähmen lassen"

„Im übrigen denken wir nicht, dass sich im Vergleich zu den Vorjahren in Wien für Regenbogenpark und -parade in Hinblick auf die Sicherheit durch das Attentat in Orlando etwas geändert hat", geht HOSI-Wien-Obmann Christian Högl auf diesbezügliche Sorgen und Bedenken ein, die in den letzten Tagen in der Community geäußert wurden. „Aber natürlich haben wir die neue Situation mit den Sicherheitsbehörden erörtert. Die Polizei hat jedenfalls eine Neubewertung der Sicherheitslage vorgenommen. Es werden verstärkt PolizistInnen – auch in Zivil – zum Einsatz kommen."

 

„Es ist wichtig, dass wir uns auch und gerade durch so furchtbare Tragödien wie in Orlando nicht einschüchtern und lähmen lassen", ergänzt Fidelsberger. „Die Antwort darauf muss noch mehr Sichtbarkeit und Stolz sein. Und daher wollen wir trotz der großen Trauer über die Opfer in Orlando auch heuer mit der Regenbogenparade wieder ein großes Fest der Vielfalt laut und schrill feiern. In diesem Sinne wird es am Freitag und vor allem am Samstag nach der Parade bei der Abschlusskundgebung, der sogenannten Celebration, ein fulminantes Showprogramm mit heimischen und internationalen KünstlerInnen wie LadyHood (Australien), Alex Palmieri (Italien), La Pelopony (Spanien), Wanda Key (Deutschland) und Matt Leon (Österreich) sowie DJ-Line-ups geben."